Mittwoch, 15. September 2010

Führer gesucht

Ich fürchte nicht die Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern die Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.
(Theodor W. Adorno) 

Zunächst - einen Glückwunsch. Die großartige Jessye Norman feiert heute ihren 65. Geburtstag. Und weil ein anderer 'runder' Geburtstag (Gustav Mahlers 150.) in meinen Urlaub fiel und daher hier keine Erwähnung fand, singt sie hier Gustav Mahlers Rückert-Lied Nr. 3:



Ich bin der Welt abhanden gekommen,
Mit der ich sonst viele Zeit verdorben,
Sie hat so lange nichts von mir vernommen,
Sie mag wohl glauben, ich sei gestorben!

Es ist mir auch gar nichts daran gelegen,
Ob sie mich für gestorben hält,
Ich kann auch gar nichts sagen dagegen,
Denn wirklich bin ich gestorben der Welt.

Ich bin gestorben dem Weltgetümmel,
Und ruh' in einem stillen Gebiet!
Ich leb' allein in meinem Himmel,
In meinem Lieben, in meinem Lied!
Brava, Jessye!

Auch wenn es vielleicht etwas beliebig erscheinen mag - aber es ist nicht ganz zufällig, dass der heutige Eintrag zunächst einer afroamerikanischen Sängerin gewidmet ist, die hier von einem indischen Dirigenten begleitet wird. Das gilt auch für die Textauswahl - eines von Friedrich Rückerts besseren Gedichten. Wobei  in Hinsicht auf das Folgende hinzuzufügen wäre, dass eben dies die Stelle einer vierten Strophe einnehmen soll. Der Weg des Zen mag zum Rückzug aus der Welt führen - aber wenn er authentisch ist, führt er von dort auch wieder  mitten in sie hinein. Schmutzbedeckt und mit Asche beschmiert auf den Marktplatz.

Weniger mit dem Folgenden hat dieser Link zu tun, aber doch mit dem Lied. Eine interessante Geschichte ist es allemal.

Ein wenig meiner Freizeit ist auch dem Gesang gewidmet; ich singe im Männergesangverein meines Dorfes mehr schlecht als recht im 2. Tenor. Jedenfalls - so kommt es, dass ich gelegentlich in unserer Dorfkirche am (evangelischen) Gottesdienst als Gast teilnehme. So auch diesen Sonntag, wo aus Anlass des Tags des offenen Denkmals ein besonderer Gottesdienst mit anschließender Verköstigung stattfand, um möglichst viele Besucher anzuziehen und zur Unterstützung des Fördervereins zur Sanierung unserer  sehr schönen spätgotischen Kirche zu gewinnen. Wir sangen eine deutsche Chorbearbeitung von Edward Elgars berühmten 1. Marsch aus 'Pomp and Circumstance' ("Menschen der Erde, reicht Euch die Hand ...") und passend dazu (oder umgekehrt) sprach der Pfarrer über das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur und ließ dabei auch ein deutliches Wort darüber fallen, wie die Thesen eines Dr. Sarrazin denn eigentlich mit einem christlichen Menschenbild zu vereinbaren seien (nämlich gar nicht).

Nun - wenn schon der geschätzte christliche Kollege sich zu dem Thema äußert, will auch ich nicht zurückstehen. Über Herrn Sarrazins Buch allerdings möchte ich mich nur knapp auslassen; dazu ist alles Notwendige schon mehr als reichlich gesagt und geschrieben worden. Ja, Sarrazin greift ein zweifellos existierendes und lange (fast möchte man sagen gezielt) vernachlässigtes Problem auf. Auch von Herrn Sarrazin in seiner Eigenschaft als Berliner Finanzsenator vernachlässigt, sollte man hier ruhig hinzufügen. Aber er beschreibt das Problem nicht, er karikiert, überzeichnet es und baut ein völlig realitätsfernes Bedrohungsszenario auf. Er macht einige durchaus diskussionswürdige Vorschläge - absolut indiskutabel hingegen sind seine pseudowissenschaftlichen Argumente. Kurz gesagt - in wissenschaftlicher Hinsicht (soziologischer, politologischer) ist sein Machwerk das Gestümper eines Amateurs, in politischer Hinsicht ist es an Volksverhetzung grenzende Demagogie.

Für den Umgang mit solchen Elaboraten gibt es eigentlich nur eine angemessene Empfehlung: tiefer hängen. Daswegen auch bislang sowie fürderhin hier nichts weiter zu diesem Buch, es wäre zu viel der Ehre. Was mir hingegen eher der Betrachtung wert scheint, sind einige andere Aspekte der unappetitlichen Debatte um dieses Buch. Das beginnt schon damit, wie diese Debatte lanciert wurde.

Was zum Teufel reitet beispielsweise die Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), die sich durch die Veröffentlichung von Büchern durchaus seriöser Autoren (ganz unsortiert und beispielhaft: Theodor Heuss, Sebastian Haffner, Jean Gebser, Albert Einstein, Marcel Reich-Ranicki, Carlos Fuentes, José Ortega y Gassett) ein gewisses Renommée erworben hat, solch ein Werk zu veröffentlichen? Warum hat man Herrn Dr. Sarrazin keinen Lektor zur Seite gestellt, der dafür gesorgt hätte, dass wenigstens die allzu hanebüchenen Argumente noch einmal einem Realitätscheck unterworfen wurden? Dann wäre Herr Sarrazin nicht gezwungen gewesen, auf seine Frau als Lektorin zurückzugreifen, die als Grundschullehrerin wohl doch nicht die ausreichende Qualifikation und als Ehefrau nicht die notwendige Objektivität für solch eine Aufgabe mitbringt (meine Frau hält mich auch für einen großartigen Sänger ...). Vermutlich wäre dann von dem Buch jedoch nicht mehr viel übrig geblieben, das man hätte veröffentlichen können.

Man liegt sicher nicht ganz verkehrt wenn man den Grund in der (ja durchaus eingetroffenen) Aussicht vermutet, einen Bestseller zu landen und daran kräftig zu verdienen. Ein Beitrag zur Ausländerdebatte, zum öffentlichen Diskurs über Migranten und deren Integration in die deutsche Gesellschaft? Papperlapapp. So befruchtet und befördert man keinen öffentlichen Diskurs, so lässt man ihn abstürzen und hart auf Stammtischniveau aufschlagen. Da hat sich ein Verlag aus Profitgründen von seiner Reputation und von seiner Seriosität verabschiedet. Man kann auch sagen: sich prostituiert.

Was zum Teufel reitet beispielsweise den Spiegel, für dieses Machwerk kostenlos Reklame zu machen, indem er Passagen daraus vorab veröffentlicht? Ein Beitrag zur Ausländerdebatte? Ja sicher - aber was nutzen solche unqualifizierten Beiträge und wem nutzen sie? Jedenfalls der Auflage des Spiegel ... Falls man sich diese Frage tatsächlich ernsthaft gestellt haben sollte, hat man sich wohl auf die klassische Entschuldigung für derart moralisch Anrüchiges besonnen: wenn wir es nicht machen, dann ein Anderer. Der Focus zum Beispiel, horribile dictu. Und nachdem dann auch die Illustrierte Stern eine Ausgabe herausgebracht gebracht hat, die man sinnvollerweise am besten gleich als Sarrazin-Sonderausgabe deklariert hätte, kam es schließlich auch noch (was Spiegel-Kundige ohnehin vorausgesehen hatten) zum Hinterletzten - der notorische Pausenclown des Spiegel Henryk M. Broder durfte über dem Scherbenhaufen öffentlich seine Notdurft verrichten. Da ist man doch glatt versucht, Liebermann zu zitieren: "Ich kann gar nicht so viel fressen ..."

So viel zum 'tiefer hängen'. Damit lässt sich keine Auflage machen. Mediale Zurückhaltung und Besonnenheit schadet dem shareholder value. Diese Erkenntnis ist in der Medienlandschaft mittlerweile offenbar flächendeckend verbreitet und Maxime des Handelns. Offenbar müssen wir uns allmählich von der ohnehin fadenscheinig gewordenen Fiktion 'seriöser Verlage' und einer 'seriösen Presse' verabschieden. So viel zum ersten Aspekt der sog. 'Sarrazin-Debatte', der mir einen Kommentar wert schien.

Zum Zweiten: es ist auffällig, wie dankbar und eifrig Dr. Sarrazins marketinggerechte Provokation von weiten Teilen der politischen Klasse an- und aufgenommen wurde, welch anschwellender Bocksgesang da durch die Republik hallte. Einer, der hervorragend geeignet war, Anderes zu übertönen. Die skandalöse soziale Schieflage des Merkel'schen Sparpaketes. Das Milliardengeschenk an die Energiekonzerne, abgesichert durch Geheimverträge falls der Souverän es bei zukünftigen Wahlen dann vielleicht doch lieber anders hätte. Die 40 Milliarden an Bürgschaften, die nun nach angemessener Schamfrist der Hypo Real Estate noch mal hinterher geworfen werden. Dafür, dass die mittlerweile dem Staat gehörende HRE ihren Wertpapiermüll in einer 'Bad Bank' entsorgen (wirklich ein treffender Begriff - allerdings haben die Sorgen dann Andere) kann. Wie Phönix aus der Asche wird dann aus dem HRE-Desaster eine genesene Deutsche Pfandbriefbank hervorgehen sowie eine 'FMS Wertmanagement' (der Begriff 'Wert' ist jetzt hier nicht so *ganz* treffend). Die 'Werte', die dann da gemanagt werden, bestehen aus toxischen und anderen unerwünschten Papieren im rein fiktiven Wert von nominell 180-185 Milliarden. Mag jemand mit mir wetten, dass die Deutsche Pfandbriefbank, wenn sie die Gewinnschwelle überschritten hat, privatisiert wird während die 'FMS Wertmanagement' selbstredend im Besitz des Staates bleibt? Und worüber wird breit und laut öffentlich diskutiert? Über die wirren Thesen eines Bundesbank-Vorstands. Nicht zur HRE speziell oder zur sogenannten Banken- und Finanzkrise allgemein - das scheint ihn herzlich wenig zu interessieren - sondern zu einem Thema, von dem er offenbar nicht viel versteht. Und wenn sich das öffentliche Interesse an  diesem Thema (und am 'Jahrhundert-Prozess' Jörg Kachelmanns) erschöpft hat, wird man schon eine andere Sau finden, um sie mit Gejohle durchs Dorf zu hetzen während die Katze den Speck aus der Vorratskammer klaut.

Vorerst versucht man erst einmal noch, aus dem 'Fall Sarrazin' Lehren zu ziehen. Jetzt nicht in dem Sinne, wie man die Integration von Migranten verbessern könnte (was tatsächlich dringend notwendig wäre, da hat Sarrazin schon recht). Das wäre zum Nulltarif nicht zu haben  - also wird es außer schönen und mehr oder weniger klugen Worten nichts geben, bis das Interesse der Öffentlichkeit an dem Thema wieder abebbt. Nein - die Lehre, die man daraus zieht, ist die, dass sich in Deutschland über das Instrument xenophober Demagogie offenbar ein nennenswertes Wählerpotential für eine rechtspopulistische Partei rekrutieren ließe. Es fehlt eigentlich nur noch ein Frontmann vom Schlag eines Jörg Haider oder Jean Le Pen - Dr. Sarrazin oder Frau Steinbach mangelt es zu deutlich an Charisma. Deutschland sucht den Super-Haider. Bewerbungen bitte beim Spiegel abgeben.

Genug Dampf abgelassen ... Man sieht, ich teile mit Dr. Sarrazin den Unmut über bestimmte gesellschaftliche Gruppen. Nur, dass die beiden sich allenfalls partiell überschneiden. Die Gründe für die  Erscheinungen, die uns beide stören, sind wohl tatsächlich angeboren, wenn auch nicht als unüberwindliches genetisches Erbe. Gier, Hass und Unwissenheit sind ein Erbe, das man ausschlagen kann. Vorausgesetzt, man ist bereit, zu lernen.

 Das Lernen - auch und gerade das Lernen aus der Geschichte - befreit uns von den Verstrickungen der Vergangenheit. So entfesselt kann sich die Kraft der Utopie entwickeln und entfalten.

Amen, Herr Pfarrer.




Richard Strauss, Morgen op. 27, 4
Text: John Henry Mackay

Und morgen wird die Sonne wieder scheinen,
und auf dem Wege, den ich gehen werde,
wird uns, die Glücklichen, sie wieder einen
inmitten dieser sonnenatmenden Erde...

Und zu dem Strand, dem weiten, wogenblauen,
werden wir still und langsam niedersteigen,
stumm werden wir uns in die Augen schauen,
und auf uns sinkt des Glückes stummes Schweigen ...

Kommentare:

  1. Irgendwie lässt mich das Thema Sarrazin einfach nicht los. Der SPD-Vorstand hat das Parteiordnungsverfahren gegen Thilo Sarrazin ohne Gegenstimmen beschlossen. So wie ich in der Presse lesen kann, hat der Fall Sarrazin ein grosses Echo innerhalb der SPD hervorgerufen. Warum so frage ich mich, macht diese Partei nicht eine Mitgliederbefragung. Siche aus dem gleichen Grund warum die Merkel nicht die Bürger über die Verlängerung der AKWs befragt hat. Etwas mehr direkte Demokratie ist schon wünschenswert, in den Parteien, wie in der Regierung. Der Bürger kommt sich langsam wie Stimmvieh vor, dass alle 4 Jahre an die Urne gerufen wird. Kein Wunder, dass die Anzahl der Nichtwähler immer mehr ansteigt.

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  2. EInspruch, mehrfach!
    Was Sarrazin sagt, ist, dass Kinder ihren Eltern ähneln. Wer möchte das ernsthaft bestreiten, aber gut. Das eigentliche Aufregerbuch hat Ulfkotte geschrieben (kein schwarz, kein rot kein Gold). Der rechnet vor, das die ungesteuerte Einwanderung bisher über eine Billion Euro gekostet hat, und jedes(!) Jahr mehr als die Finanzkrise. So, jetzt die Frage: müssen sich die Deutschen trotzdem als Rassisten beschimpfen lassen, auch hier im Blog? Ist das wirklich nötig und angemessen oder haben wir uns viel nur zu sehr daran gewöhnt? (Wenn man sich die Einstellung einiger Einwanderer anschaut hat man eh das Gefühl, das die viel näher am Faschismus dran sind als sie möglicherweise ahnen)

    Noch was zur Atomkraft, auch hier bitte genau hinschaun: Wo sterben denn die Menschen? Für Kohle, Gas und Öl. An der Atomkraft seit seit Jahren kaum jemand gestorben. Die Gefährlichkeit von Atommüll wird ins lächerliche übertrieben, das Zeug ist giftig und man soll ein paar Meter Abstand halten und gut ist. Man schaue mal genauer hin auf die grüne Mafia, die mit der Verschandelung der Landschaft Millionen und Milliarden verdient, und dafür "schlechten" Strom liefert. Es gibt momentan keinen Ersatz für konventionelle Kraftwerke, und dann sollten wir uns in Geduld üben. Der technische Fortschritt bleibt ja nicht stehen. Es gibt keine Klimakatastrophe (es gibt kein "richtiges" Klima) und Erdöl wird noch in hunderten Jahren verfügbar sein.

    Außerdem kann man heute völlig sichere Atomkraftwerke bauen. Natürlich nicht in Deutschland wegen der verhetzten Bevölkerung. Andernorts wird das längst gemacht, und zurecht. Ähnlich siehts bei der Gentechnik aus, da werden Ängste geschürt, und weil die Leute keine echten Probleme haben, glauben sie den Quatsch. Das damit Chancen für die Zukunft verspielt werden, ist den Leuten (grade wenn sie schon auf die Rente zugehen) herzlich egal.
    Also meine Meinung ist, das hierzulande die Chancen auf eine Gestaltung des Landes nicht genutzt werden, aufgrund von technikfeindlichkeit und - um wieder aufs Thema zu kommen, die Leute sich viel zu leicht irgendwelchen Quatsch einreden lassen, von wegen Massenmord und so, blablabla. Lächerlich.

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  3. "Was Sarrazin sagt, ist, dass Kinder ihren Eltern ähneln"

    - nein, er sagt in Bezug auf Genetik etwas Anderes und zwar etwas völlig Abstruses und wissenschaftlich längst Widerlegtes. Wie schon geschrieben, möchte ich seinem Machwerk nicht die Ehre antun, es ernsthaft inhaltlich zu diskutieren. Zu seinen Auslassungen über Genetik, die nichts als nur schwach getarnter Rassismus sind, sei hier auf die Stellungnahme des Verbandes Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V. verwiesen: http://idw-online.de/pages/de/news384817. Was seinen ebenso willkürlichen Umgang mit Statistiken angeht, sei auf Wolfgang Liebs (http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Lieb) Artikel hier: http://www.nachdenkseiten.de/?p=6572 verwiesen. Dass Sarrazin darüber hinaus, wenn ihm statistische Daten fehlen, er sich solche laut eigener Aussage einfach aus den Fingern saugt kann man hier: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/33007 pointiert nachlesen. Und auch, warum er sein Buch mit solchen mehr als fragwürdigen Methoden für eine ernsthafte Auseindersetzung selbst disqualifiziert.

    Es ist zweifellos notwendig, eine politische Debatte über Integrationspolitik zu führen - bzw. mit einer solchen Politik endlich einmal ernst zu machen. Und es ist auch meine Meinung, dass Integration in unsere Gesellschaft nicht ein Angebot an Migranten sein sollte, sondern eine Forderung - eine Forderung, deren Erfüllung Voraussetzung für eine unbefristete Niederlassungserlaubnis sein sollte. Die entsprechenden Möglichkeiten bietet bereits das seit 2005 geltende Einwanderungsgesetz - es muss nur endlich konsequent umgesetzt werden. Wie schon geschrieben - zum Nulltarif geht das nicht.

    Aber - DIESES Buch wird nicht dazu führen. Es ist kein ernsthafter Diskussionsbeitrag für eine solche Debatte; es ist vielmehr Brunnenvergiftung. Und um die Komplizen bei dieser Brunnenvergiftung, um deren Gründe und Motive ging es mir in dem Artikel. Nicht um das törichte Buch selbst, nicht um Energiepolitik und nicht um Gentechnik.

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